Vorschau
Dienstag, 21. Januar 2020, 19.30 Uhr
Wiesbadener Erstaufführung
BAIT

Der wortkarge Fischer Martin Ward muß sich in seinem kleinen Heimatdorf in Cornwall zusehends mit dem Einfall neureicher Londoner Touristen auseinandersetzen: sein Elternhaus wird zur kitschigen Urlaubspension umgebaut, sein Bruder Steven hängt die Fischerei zugunsten von einträglicheren Hafenrundfahrten an den Nagel, und im ehemals urigen Pub treiben sich plötzlich die verzogenen Kinder der Städter herum. Martins Traum vom eigenen Boot rückt in immer weitere Ferne, reichen seine eigenen Einkünfte aus dem Fischfang doch nur gerade noch zum Überleben. Langsam aber sicher steigt in dem stoischen Seemann die Wut hoch...

”Jenkins inszeniert diese Story mit sicherem Gespür für Lokalkolorit und staubtrockenem Humor. Was sich nach anstrengendem Experimentalfilm anhören mag, ist alles andere als das: Erstens sorgen die flotte Erzählweise, der überzeugende Cast und das stimmungsvolle Setting dafür, daß einem der expressionistische Look nach wenigen Minuten kaum mehr auffällt - Form und Inhalt harmonieren hier perfekt miteinander. In einer besonders denkwürdigen Szene schneidet der Regisseur etwa eine Konfrontation zwischen dem Fischer Martin und einem Londoner Touristen virtuos mit dem Verzehr eines Hummers parallel und weist so mit sympathischem Augenzwinkern auf die inhaltliche Verbundenheit der beiden Geschehnisse hin.” (epd Film.)

Film von Mark Jenkin
Mit Edward Rowe, Simon Sheperd, Mary Woodvine
Großbritannien 2019
Originalversion mit Untertiteln


Dienstag, 4. Februar 2020, 17.30 und 19.30 Uhr
HONEYLAND
Land des Honigs

Wie kaum ein anderer Dokumentarfilm erzählt Honeyland eine grandiose und wahrhaftige Naturgeschichte. Mit den Mitteln filmischer Poesie stellen die Filmemacher die Biene ins Epizentrum eines fundamentalen Widerspruchs unserer Zeit. Honeyland spürt den Veränderungen nach, die sich in die Beziehung zwischen Mensch und Biene eingeschlichen und damit unser aller Welt für immer verändert haben.

Die genetische Vielfalt bzw.Biodiversität ermöglicht es den Menschen, sich an veränderte Umweltbedingungen und ein sich änderndes Klima anzupassen und so zu der Erhaltung und Nachhaltigkeit der Ressourcen beizutragen. Die „Honigkrise”, die man in dem Film sieht, bringt die Gefahr zum Ausdruck, die biologische Vielfalt zu stören, indem diese Zusammenhänge ignoriert werden. Hatidzes Geschichte ist ein Mikrokosmos davon, wie eng Natur und Mensch miteinander verflochten sind, und wie viel wir verlieren werden, wenn wir diese grundlegende Verbindung außer Acht lassen.

„Zwischen den Felsspalten, in denen die Bienen wohnen, bringen die beiden Filmemacher eine allegorische Natur zum Blühen, die ihrem hinreißend visualisierten Debüt eine subtile Kraft verleiht” (Variety, New York). - „Eine wundervolle Geschichte” (The New York Times). - „Einzigartiger Einblick in eine im Verschwinden begriffene Lebensweise” (epd Film).

Auszeichnungen unter anderem: Großer Preis der Jury, Specialpreis der Jury und Preis für die beste Kamera beim Sundance Film Festival, Park City, Utah.

Mazedonien 2019
Drehbuch, Regie: Ljubomir Stefanov, Tamara Kotevska
Kamera: Fejmi Daut, Samir Ljuma
Mit Hatidze Muratova, Hussein Sam, Ljutvie Sam
Erstaufführung der Originalversion (mit Untertiteln)